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Education 3.0: „No sharing – no teaching“

Das Internet ist seit der Entdeckung des Feuers, eines der größten Technologieereignisse in der Geschichte der Menschheit. Diese Technologie hat sowohl das menschliche Handeln, als auch viele, als selbstverständlich geglaubte, Konzepte tiefgreifend verändert. So auch die Bildung!

Von Education 1.0 zu Education 3.0

Der Bildungsrahmen, der einst entwickelt wurde, um die wachsenden Anforderungen der industriellen Revolution der 1940er Jahre zu erfüllen, war bis vor kurzem die Grundlage der Wissensvermittlung in den Schulen. Mit der ersten Version des Internets, dem Web 1.0 oder auch statisches Web, kam dieser Status quo ins wanken. Dennoch blieb der Kern der Gleiche: Traditionelle Lernmethoden, bei denen der Lehrer die Wissensquelle darstellt.

Damit war Bildung weiterhin unidirektional. Erst mit dem Web 2.0, dem sozialen Web, wurde es den Nutzern der neuen Technologien möglich, sich am Aufbau des Wissens zu beteiligen. Die aktive Produktion, Zusammenarbeit und der Austausch in beispielsweise Blogs und Wikis, prägten den Bereich ‚Education 2.0‘.
Lehrer stellten hier zwar immer noch die Wissensquelle dar, agierten aber weitgehenst als Mentor oder Helfer. Somit war Education 2.0 noch keine Revolution, jedoch aber eine Evolution.

“If there is no sharing, there is no teaching” (David Wiley)

Education 3.0 beruht nun auf der Annahme, dass alle Inhalte und Informationen freizugänglich und abrufbar sind. Der Lernende spielt hierbei eine zentrale Rolle, denn die Wissensvermittlung erfolgt nicht mehr nur vom Lehrer zum Schüler sowie innerhalb der Lernenden, also von Schüler zu Schüler. Darüber hinaus wird Wissen auch von Schülern zu den Lehrern weitergegeben. Somit ist Bildung viel mehr als nur die Vermittlung von Fakten und Inhalten.

Tabelle EducationQuelle: http://firstmonday.org/ojs/index.php/fm/article/view/1625/1540#k2

“We know about learning, we know about technology, […] it’s time to start using this stuff!” (Dr. Jeff Borden)

Ein zentraler Punkt von Education 3.0 besteht darin, E-Learning-Technologien zu nutzen, um die Lernfähigkeit von Schülern und Studenten zu fördern. Viele solcher hocheffizienten Technologien und Ansätze sind auch bereits vorhanden und konzipiert, werden jedoch noch viel zu selten eingesetzt um die Bildung voranzutreiben.

Mit Hilfe von Gamification kann man beispielsweise spielerische Elemente nutzen um schon nach kurzer Zeit signifikante Lernerfolge zu sehen. Aktuell ist dabei das Spiel „Quizduell“ für iOS und Android sehr beliebt. Bereits mehr als 5 Millionen Nutzer hat das Spiel zu verbuchen, bei dem es einen zufälligen Gegner oder einen Freund in sechs Wissensrunden zu schlagen gilt. Dabei beantworten beide Spieler nacheinander drei Fragen in der jeweiligen Wissenskategorie und wer nach sechs Runden die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt.
Und auch immer mehr Firmen nutzen Gamification um ihre Mitarbeiter zu schulen. So bietet SAP mit ihrer Social Collaboration Software Jam die Möglichkeit, Mitarbeiter nach wichtigen Fakten zum Unternehmen und zur Strategie zu fragen. Diese sollen dadurch motoviert werden, sich intensiver mit dem Unternehmen zu beschäftigen.

Über Gamification und den Einsatz von Technologie in der Bildung sprach Dr. Jeff Gordan, Direktor des Center for Online Learning am Pearson eCollege in Denver, im Februar 2013 an der University of London.

Flipped Learning

Die Unterrichtsmethode des Flipped Learning, die den Grundgedanken von Education 3.0 verinnerlicht und einfachste E-Learning-Technologien nutzt, möchten wir Ihnen noch vorstellen. Diese auch als Inverted Teaching oder Flipped Classrooms bezeichnete Methode der Wissensvermittlung wurde bereits sowohl an Schulen als auch an Universitäten erfolgreich erprobt. Sie beinhaltet die Idee, dass Lehrer ihr Wissen nicht in Form von Frontalunterricht weitergeben, sondern ihre Vorträge als Video aufzeichnen. Diese Screencasts werden den Lernenden, über eine meist freizugängliche Online-Plattform, bereitgestellt.
Die Lehrvideos dienen Schülern und Studenten dazu, sich in das Lehrmaterial einzuarbeiten und auf die kommende Vorlesung vorzubereiten. In der eigentlichen Unterrichtsstunde wird dann, das in Eigenregie erlernte Wissen, mit Hilfe von Aufgaben und Gruppenarbeit vertieft und gefestigt. Somit werden Unterricht und Hausaufgaben vertauscht.

Als großen Vorteil dieser Unterrichtsmethode wird die Freizugänglichkeit und beliebige Abrufbarkeit des Wissens gesehen. Lehrvideos lassen sich mediengerecht aufbereiten und aktivieren die Schüler zu mehr Selbständigkeit. Zudem können die gemeinsamen Arbeitsphasen aktiver und effizienter genutzt werden.

Statement von Frau Prof. Dr. Sonja Salmen zu Education 3.0

„Education 3.0 bedeutet, dass der Lehrende dafür Sorge trägt, dass

• die optimalen Rahmenbedingungen für ein kollaboratives Lernen und Lehren vorhanden sind,

• top-aktuelle Themen, sowie Aufgabengebiete den Studierenden als Lernangebot vorgestellt werden,

• die Eigenverantwortlichkeit und Kreativität talentierter Studierender stetig stimuliert und eingefordert wird,

• in der Rolle eines Coach Ideen, Vorgehensweisen und Maßnahmen der Projektteams kritisch jedoch stets konstruktiv auf Augenhöhe reflektieren werden,

um so das noch fehlende Management-Wissen in den Erfahrungsprozess einzubringen“.

Quellen:
http://firstmonday.org/ojs/index.php/fm/article/view/1625/1540#k2
http://www.educatorstechnology.com/2013/11/education-10-vs-education-20-vs.html
http://usergeneratededucation.wordpress.com/tag/education-3-0/

Education 3.0: „No sharing - no teaching“

Über Dominic Bäuerle