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Mobile E-Learning – mobiles Lernen als Zukunftstrend?

Durch die zunehmende Verbreitung von mobilen Geräten, Smartphones und Tablets, haben sich auch neue Lernformen entwickelt. Zu diesen Lernformen gehört unter anderem Mobile E-Learning. In diesem Beitrag widmen wir uns diesem Thema und gehen auf die Fragestellung ein, was die wesentlichen Vorteile und Erfolgsfaktoren von mobilen Lernapplikationen sind.

Was ist Mobile E-Learning?

Unter Mobile E-Learning, teilweise auch verkürzend als „M-Learning“ bezeichnet, wird Lehren und Lernen verstanden, das unterwegs stattfindet und mit mobilen Infrastrukturen, Anwendungen und Geräten unterstützt wird.[1] Mobile E-Learning ist eine Erweiterung des E-Learning und kann diesem daher thematisch zugeordnet werden.
Aufgrund der rasanten Entwicklung portabler und digitaler Lernformen wird Mobile E-Learning in der Zukunft wohl eine tragende Rolle einnehmen. Eine Umfrage des MMB-Instituts für Medien- und Kompetenzforschung[2] ergab, dass mobiles Lernen und Lernen mit Hilfe von Apps von Experten als in naher Zukunft kommerziell erfolgreiche Variante des E-Learning eingeschätzt wird.

Mobile Learning, Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/203892/umfrage/erfolg-versprechende-zielgruppen-fuer-die-e-learning-wirtschaft/
Quelle: de.statista.com

Doch aus welchen Gründen wird Mobile E-Learning für ein so zukunftstragendes Element der Mediendidaktik eingeschätzt? Was sind die wesentlichen Vorteile von Mobile E-Learning gegenüber herkömmlichem E-Learning?

Vorteile von Mobile E-Learning

Die zunehmende Bekanntheit und Wichtigkeit von Mobile E-Learning ist in erster Linie der rasanten Entwicklung von Smartphones und deren Technik geschuldet. Ohne diese Basis, leicht zu bedienende Touchscreens, leichte Internetanbindung, das Vorhandensein von App-Stores und größere Bildschirme durch die Nutzung von Tablets, wäre die Entwicklung von Mobile E-Learning in dieser Form nicht möglich. Einer der größten Vorteile von Mobile E-Learning ist die Ortsunabhängigkeit. Dies ermöglicht den Nutzern das Lernen an Orten, wo dies sonst nicht oder nur mit erheblichem Aufwand möglich wäre, beispielsweise während dem Reisen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Darüber hinaus bietet mobiles Lernen zeitliche Flexibilität. Mobile Geräte sind meistens schnell zur Hand und erfordern daher keine vorherige Planung und Organisation des Lernens. Außerdem sind gute E-Learning-Applikationen in der Regel so konzipiert, dass der Einstieg in das Lernen leicht fällt und die „Hemmschwelle“ leichter überwunden werden kann. Dies wird zum Beispiel dadurch erreicht, dass der Lernstoff in kleine inhaltlich abgegrenzte Bereiche aufgeteilt wird und die Anwendungen über ein sehr leicht und intuitiv zu bedienendes User-Interface verfügen.

Erfolgsfaktoren von Mobile E-Learning

Ein entscheidender Punkt bei der Konzeption von mobilen Lernapplikationen ist es, den Lernstoff in kleine Lernbrocken aufzuteilen, um dem Nutzer das flexible Lernen und den leichten Einstieg zu ermöglichen. Dies kann beispielsweise mit Hilfe von vielen kleinen Kurztests erreicht werden, die oft auch mit Gamification verknüpft werden, sodass der Lernende Freude und Motivation beim Lernen erfährt. Außerdem muss beachtet werden, dass es beim mobilen Lernen zu Ablenkungen und Unterbrechungen kommen kann. Daher sollte der Wiedereinstieg in die mobile Lernapplikation nach einer kurzen Unterbrechung leicht aufgebaut sein. Darüber hinaus können Erfahrungen und Erkenntnisse durch die Kollaboration mit „Digital Natives“ gewonnen werden. Diese Key-User von Mobile E-Learning sind aufgrund ihrer alltäglichen Nutzung des Internets und digitaler Produkte besonders starke Nachfrager mobiler Lernangebote. Grundsätzlich gilt es bei der Einführung von mobilen Lernapplikationen zu beachten, dass keine eins zu eins Übernahme von eventuell schon vorhandenen E-Learning-Plattformen erfolgen sollte, sondern dass die Applikationen speziell auf mobile Geräte und deren Nutzungsumfeld zugeschnitten sein müssen.

Ausblick – wie wird sich Mobile E-Learning entwickeln?

Obwohl Mobile E-Learning eine entscheidende Bedeutung zugeschrieben wird, scheint diese Entwicklung in vielen mittelständischen Unternehmen noch nicht angekommen zu sein. Dies unterstreicht eine Statistik von TechConsult [3], bei der Unternehmen und Organisationen mit 10 – 999 Mitarbeitern befragt wurden. Diese Befragung ergab, dass sich fast drei Viertel der Befragten Unternehmen und Organisationen noch nicht mit dem Thema Mobile E-Learning beschäftigt haben.

Mobile Learning, Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/235001/umfrage/bekanntheit-von-m-learning-bei-unternehmen-in-deutschland/
Quelle: de.statista.com

Dennoch wird die Bedeutung von mobilen Lernapplikationen in Zukunft wohl weiter zunehmen. Die Entwicklung von Mobile E-Learning kann dabei mit anderen neuartigen Lehrformen wie beispielsweise Education 3.0 einhergehen und kombiniert werden. Auch soziale Interaktivität kann noch stärker in mobile Lernanwendungen integriert werden. Ein Bereich, in dem Mobile E-Learning sicher eine große Rolle spielen wird, ist „Blended Learning“.[4] Dies bezeichnet die Verknüpfung der Vorteile traditioneller Präsenzveranstaltungen mit virtuellem und mobilem Lernen.

Zusammenfassend kann somit konstatiert werden, dass in Mobile E-Learning großes Potential steckt und es in verschiedenen Bereichen Anwendungsmöglichkeiten finden kann.

Quellen:
[1] Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Mobile Learning, online im Internet
[2] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/203892/umfrage/erfolg-versprechende-zielgruppen-fuer-die-e-learning-wirtschaft/
[3] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/235001/umfrage/bekanntheit-von-m-learning-bei-unternehmen-in-deutschland/
[4] http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2013/Februar/e-learning-wird-mobil.html
Klaus Peter Treumann, Sonja Ganguin: E-Learning in der beruflichen Bildung, VS Verlag, 1. Auflage 2012
http://www.elearning-journal.de/index.php?id=446
 

Über Simon Klein

Student der Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Heilbronn mit den Vertiefungsrichtungen IT-Management und Social Media Management

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