Home / Talent Management / Personalentwicklung und Karriereförderung 2.0: Trends & Zukunftsstrategien Teil 1

Personalentwicklung und Karriereförderung 2.0: Trends & Zukunftsstrategien Teil 1

Das Personalmanagement von heute steht vor vielen neuen Herausforderungen. Bedingt durch das Web 2.0 und die verschiedenen soziale Online-Netzwerke eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten um bspw. das Wissen und die Kompetenz der eigenen Mitarbeiter einzubringen, aber auch zu fördern und auszubauen. Die Motivation für Unternehmen muss also sein, die vielen Chancen zu nutzen, welche sich bei der Personalentwicklung und Karriereförderung mit Hilfe von Social Media ergeben.

Doch wie sieht die Realität aus? Inwieweit wird die neue Technik heute schon für solche Zwecke eingesetzt? Welche Ziele werden dabei verfolgt? Wozu ist Social Media in diesem Bereich zu leisten im Stande? Und wie kann man sich überhaupt die Zukunft von Social Media im Personalmanagement vorstellen?

In vielen Berufen kann eine Weiterbildung, der Wissensaustausch, aber auch die Talentförderung dazu führen, dass der Angestellte die Karriereleiter schneller erklimmen kann und somit das Unternehmen wettbewerbsfähig bleibt. Über YouTube, Wikis, Podcasts, Blogs usw. kann mittlerweile auch im Geschäftsbereich jeder sein Wissen konservieren und mit Kollegen teilen. Zudem sorgt die Verbreitung von mobilen Endgeräten, dass Online-Lerninhalte zu jeder Zeit und an jedem Ort abgerufen werden können. Unternehmen müssen diese Chance nutzen und versuchen die eigenen Mitarbeiter unter Einsatz von Social Media weiterzubilden.

Formelles und informelles Lernen

Wenn vom Lernen gesprochen wird, gilt es generell zwei verschiedene Lernformen zu unterscheiden – auch oder gerade bei der Fort- und Weiterbildung im Unternehmen. Beim formellen Lernen geht es darum, eine ganze bestimmte Kompetenz bei den Mitarbeitern zu generieren. Der Lernfortschritt wird dabei mit Erfolgskontrollen (Prüfungen, Zertifizierungen usw.) überwacht. Je nach Ergebnis der Kontrolle wird eine Rückkoppelung in Form von Noten, Feedback-Gesprächen oder ähnlichem gewährleistet. Das formelle Lernen ist also eher extrinsisch, also von außen her, angeregt und hat eine ganz bestimmte Zielgruppenorientierung. Die Lernumgebung ist genau geplant und bewusst gestaltet. Vorstellbare Anwendungsszenarien beim formellen Lernen mit Hilfe von Social Media und Web 2.0 sind zum Beispiel Webbased-Trainings, Virtual Classrooms oder sogar komplett internetgestützte Learning Management Systeme.

Demgegenüber steht das informelle Lernen. In der Regel ist hier der ungeplante und interessenmotivierte Wissenserwerb vordergründig. Voraussetzung hierfür ist natürlich eine intrinsische, aus Eigeninteresse getriebene Motivation bei den Mitarbeitern. Das bedeutet auch, dass Personal, welches diese Art des Lernens nutzt, sich auch aktiv am Inhalt beteiligt. Dies kann in Form von Beiträgen, Verlinkungen, Veröffentlichungen, Vernetzungen usw. geschehen. Mitarbeiter müssen sich also mit dem Lernstoff identifizieren, bereit sein sich selbst weiterzuentwickeln, aber auch selbst Wissen generieren und dieses teilen. Besonders hier beim informellen Lernen kann das gesamte Potenzial von Social Media ausgenutzt werden. Online-Netzwerke ermöglichen dabei vielfältige Möglichkeiten. Zumal beim informellen Lernen keine genau gestaltete Arbeitsumgebung nötig ist. Via Internet kann sowohl im Privaten, als auch am Arbeitsplatz selbst Wissen angeeignet und vermittelt werden. Social Media kann hier die Grauzone zwischen formellem und informellem Lernen überbrücken und als Bindeglied eingesetzt werden.

Anwendungsszenarien beim Lernen mit Social Media

Je nach Szenario bieten sich unterschiedliche Social Media-Aktivitäten zur Personalentwicklung und Karriereförderung an. Ein möglicher Einsatz sind Wikis. Ein Wiki ist ein Hypertext-System für Webseiten, deren Inhalte von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch online direkt im Webbrowser geändert werden können. Wikis eignen sich also besonders um Fragestellungen individuell und vom jeweiligen Experten oder der jeweiligen Expertengruppe beantworten zu lassen. Das Wissen dient vor allem den Mitarbeitern, die sich zusätzliche Informationen aneignen wollen und Ihr Knowhow erweitern möchten. Daher ist dieses Tool im informellen Bereich anzusiedeln. Auch im Unternehmen ist die Einführung von Wikis sehr gut vorstellbar und oft schon Realität. Meist handelt es sich dabei um ein geschlossenes Wiki mit einem definierten Nutzerkreis, wie zum Beispiel einer Abteilung oder einem Team. Dort wird das Wiki dann als Lernumgebung und zentrale Kommunikationsplattform genutzt. Der kooperative Prozess der Textproduktion ermöglicht dem Personal eine bessere und übergreifende Wissensvermittlung. Zudem kann eine Lerndokumentation in Eigenregie ausgeführt werden, welche es jedem Mitarbeiter ermöglicht sich mit einer gewissen Thematik näher zu beschäftigen.

Online-Foren hingegen sind eher für Themen geeignet, welche kollaborativ bearbeitet werden können, aber dennoch informellen Charakter haben. Auf solchen Foren erhalten Mitarbeiter unter anderem die Gelegenheit sich untereinander zu aktuellen Fragestellungen auszutauschen und mit Vorgesetzten und Kollegen weltweit in Kontakt zu treten, welche die Antworten gegenlesen und deren Lösungsansatz gegebenenfalls auch bewerten können. Online-Foren bieten für Mitarbeiter auch eine ideale Plattform für den Gedankenaustausch unter Kollegen. Es regt zur Diskussion an und bietet die Chance, Kontakt zu anderen Kollegen, Vorgesetzten und Abteilungen zu knüpfen und gemeinsam Lerninhalte zu erhalten aber auch zu generieren.

Ein sehr oft gewähltes Mittel um Personal in Unternehmen weiterzuentwickeln und Karrieren zu fördern ist das sogenannte „Blended Learning“, auch hybrides Lernen genannt. Diese Art der Wissensvermittlung wird genutzt, wenn es sich um eine sehr formelle Thematik handelt, die Aneignung aber sowohl kollaborativ als auch individuell erfolgen soll. Hier wird also eine Mischung aus Präsenzveranstaltung und E-Learning beispielsweise mittels Social Media angestrebt. Besonders bei komplexen Themen, bei denen viel Expertenwissen angeeignet werden muss, ist „Blended Learning“ sehr gut geeignet. Hier findet ein guter Mix aus traditionellen Lehrmethoden und modernen Lernkonzepten mit Hilfe verschiedener Social Media Instrumente statt.

Zudem gibt es natürlich Social Media wie Podcasts, Screencasts, Lerncommunities, Lernblogs, Lernvideos, Online-Netzwerke oder Microblogging, die je nach Szenario für die Personalentwicklung und Karriereförderung im Unternehmen eingesetzt werden können.

Erfahren Sie im kommenden 2. Teil mehr über die Beispiele aus der Praxis, sowie die Vor- und Nachteile von Corporate Learning 2.0.

 

Über Martin Bässler

Siehe Auch

rotator-2

Nhu Nguyen – Talente des Studiengangs Wirtschaftsinformatik

Wer Wirtschaftsinformatik studiert, hat nach erfolgreichem Abschluss viele Möglichkeiten ins Berufsleben einzusteigen. Dies können auch alle …