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Social Media Strategien im B2B

Social Media Strategien im B2B: Interview mit Lingner

Unser Gastreferent von LINGNER.COM hat im vergangenen Semester in der Vorlesung Social Media Management eine Fallstudie des Unternehmens Krones vorgestellt. Freundlicherweise durften wir mit ihm im Anschluss an den Vortrag ein Interview über das Thema Social Media Strategien im B2B Geschäftssektor führen.

Social Media Strategien im B2B: Interview mit Lingner
Nemo Tronnier von Lingner

Social Media Balloon: Welche Social Media-Kanäle werden für Social Media Strategien im B2B -Umfeld genutzt und welche haben aktuell den meisten Traffic? 

Nemo Tronnier: Grundsätzlich gibt es nicht das „eine“ B2B-Social Network für Social Media Strategien im B2B, welches stärker genutzt wird als die anderen. Facebook ist aber immer noch einer der wichtigsten Kanäle, unter anderem weil es die größte Nutzerzahl weltweit hat. Wenn man beispielsweise an WhatsApp und Snapchat denkt, kauft Facebook aus strategischer Sicht außerdem sehr interessant zu. Der Umgang mit diesen Social Messenger wird definitiv ein Zukunftsthema sein – vor allem weil junge Leute diese Messenger zunehmend bevorzugen, beispielsweise um den Eltern im Netz nicht zu begegnen. Unternehmen müssen sich daher Gedanken machen, wie sich das ganze weiterentwickeln könnte und mit welchen Social Media Strategien im B2B sich diese Zielgruppe zukünftig ansprechen lässt. Denn für Unternehmen ist es ja entscheidend, die eigenen Inhalte so zu platzieren, dass sie wahrgenommen werden. Dafür kann beispielsweise auch ein Blog ein hervorragendes Instrument sein.

Social Media Balloon: Wie schätzen Sie momentan die Entwicklung von YouTube und Facebook ein? Die eingebetteten YouTube-Videos sollen ja weniger werden. Warum reagiert YouTube darauf nicht?

Nemo Tronnier: YouTube ist ein wichtiger Player im Social Media Bereich und hat große Ressourcen und Möglichkeiten. Unsere Vermutung ist, dass YouTube aufgrund seiner Strukturen momentan einfach langsamer reagiert. Facebook scheint da gegenwärtig schneller, dynamischer und innovativer zu sein. Ein wichtiger Faktor ist außerdem die mobile Entwicklung. Die Facebook-App wird vom User mehrmals täglich aufgerufen, während die YouTube-App nur dann aufgerufen wird, wenn sie benötigt wird – wenn man also gerade ein bestimmtes Video anschauen möchte. Sie wird nicht einfach auf neue Informationen durchstöbert, wie es bei Facebook der Fall ist. Dazu kommt außerdem die Konkurrenz durch die vielen kleineren, anderen Anbieter, die ihre Dienste extra für mobile Endgeräte entwickelt haben. YouTube bringt jedoch alles mit, um langfristig wieder mit innovativen Ideen zu überzeugen.

Social Media Balloon: Im Moment sind ja viele Unternehmen im Bereich Social Media noch eher vorsichtig. Wie kann sich Social Media für Unternehmen lohnen und für welche Unternehmen ist es überhaupt geeignet?

Nemo Tronnier: Meiner Meinung nach ist es für alle Unternehmen relevant im Social Web aktiv zu sein, unabhängig von deren Branche oder Größe. Für die meisten Unternehmen sind soziale Netzwerke als Kommunikations- und Marketingtool mittlerweile nicht mehr neu. Wichtig ist es daher vor allem, die bestehenden Maßnahmen zu verbessern oder strategisch neu anzupassen. Social Media entwickelt sich schnell weiter, weshalb Content Strategien ständig weiterentwickelt und teilweise auch neu erfunden werden müssen. Unternehmen, die sich jetzt erst mit Social Media befassen, können sich am aktuellen Entwicklungsstand orientieren und von den Erkenntnissen der anderen profitieren. Die Unternehmen, die schon länger im Social Web aktiv sind, müssen sich dagegen laufend fragen, ob ihre Content Strategie noch aktuell ist, ob sie noch auf die Zielgruppe passt oder ob es vielleicht Sinn macht, die aktuelle Situation neu zu evaluieren.

Social Media Balloon: Kunden sollten in den Produktentwicklungsprozess miteinbezogen werden. Welche Potentiale sehen Sie in dieser Hinsicht? 

Nemo Tronnier: Da verschenken viele Unternehmen leider noch großes Potenzial, denn Kunden in den Produktenwicklungsprozess einzubeziehen ist einer der größten Mehrwerte des Social Media Marketings. Einer unserer Kunden nutzt diese Möglichkeit beispielsweise vorbildlich: Das Unternehmen hört der Community sehr genau zu und bindet deren Ideen in den Produktentwicklungszyklus ein. Die Community merkt das und reagiert ausgesprochen positiv. Um das Potenzial von Social Media optimal zu nutzen, müssen außerdem alle Bereiche des Unternehmens partizipieren. Nur so kann es zu einem echten Social Business werden. Gerade im Bereich Verkauf gibt es da aktuell sehr interessante Möglichkeiten durch wirklich gute Tools zur Vernetzung, Zielgruppenfindung, zum Advertising und zum Lead Marketing.

Social Media Balloon: Welche Kollaborationstools nutzen Sie?

Nemo Tronnier: Wir nutzen „Open Space“, das als Social Intranet fungiert. Es wurde eigens von uns entwickelt, damit wir uns unternehmensintern optimal organisieren können. Diese Lösung vereinfacht die Kommunikation und Abstimmung innerhalb des Teams enorm – außerdem können auch externe Projektmitglieder einfach mit einbezogen werden. Grundsätzlich können aber je nach Anforderung unterschiedliche Kollaborationstools geeignet sein, um die Kommunikation und den Wissensaustauch wesentlich zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Social Media Balloon: Wie wird sich die Kommunikation im B2B-Umfeld strategisch entwickeln? Werden mobile Geräte und Anwendungen in Zukunft Desktopgeräten und -anwendungen vorgezogen werden?

Nemo Tronnier: Wir denken, dass sich Mobile in Zukunft durchsetzen wird. Gleichzeitig wird die Unterscheidung zwischen Mobile und Desktop immer unwichtiger – häufig wird ja bereits beides zusammen entwickelt. Was jedoch die strategische Kommunikationsentwicklung betrifft, so lässt sich da nur spekulieren. Digital Marketing wird aber auch künftig ein wichtiger Faktor für Social Media Strategien im B2B von Unternehmen bleiben, denn es bietet ganz spezielle Möglichkeiten, um die Kommunikation auf eine explizite Zielgruppe hin auszurichten. Deswegen sind wir auch davon überzeugt, dass für B2B-Unternehmen Digital Marketing, insbesondere mit dem Schwerpunkt Social Media Marketing, in der strategische Kommunikation immer wichtiger wird.

Social Media Balloon: Wie wichtig ist es für deutsche Mittelständler Social Media in ihrer Strategie zu nutzen, um auch international bekannter zu werden? 

Nemo Tronnier: Viele großproduzierende Unternehmen haben in den letzten Jahren Produktionskapazitäten in andere Länder ausgelagert, weil dort die Produktion günstiger war als bei uns. China ist ein gutes Beispiel: Mittlerweile hat sich das Land zu einem Global Player entwickelt – und zwar nicht nur für den produzierenden Bereich, sondern aufgrund des zunehmenden Wohlstandes auch als Land selbst. China wird deshalb eine immer wichtigere Zielgruppe für Unternehmen. Wir sehen folglich, dass viele Unternehmen gezielt Marketing für den chinesischen Markt betreiben. Dabei muss man wissen, dass Asiaten extrem begeistert von Social Media sind. Interessant ist außerdem, dass Chinesen meist mobile Applikationen nutzen und seltener die eigentliche Internetseite aufrufen. Im asiatischen Bereich gilt daher nicht nur „mobile First“, sondern auch „social first“ – und das müssen Unternehmen strategisch berücksichtigen, um die Zielgruppen dort zu erreichen.

 

Über Prof. Dr. Sonja Salmen

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