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Digitalgipfel 2019

Digitalgipfel 2019: Erfolgsfaktor digitales Lernen

Thema des diesjährigen Digitalgipfels in Stuttgart war die Digitalisierung und inwiefern künstliche Intelligenz einen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten kann. Im Rahmen der Hauptveranstaltung hatten die zahlreichen Teilnehmer des Digitalgipfels die Möglichkeit, Vorträge über die Auswirkungen von künstlicher Intelligenz zu besuchen und Experten in diesem Fachgebiet zu unterschiedlichen Bereichen zu befragen. Hier wurden die Vorteile und Chancen der künstlichen Intelligenz, aber auch Risiken und Gefahren diskutiert.

Im Anschluss an die Vorträge fanden unterschiedlichste Workshops zu Themen der Wirtschaft 4.0 statt. Von der digitalen Transformation für Unternehmen, den Einsatz von künstlicher Intelligenz für den Mittelstand, Geschäftsmodellinnovation bis hin zu digitalem Lernen für Schüler und Studenten.

Im Workshop „Erfolgsfaktor Digital Lernen“ wurde das Thema des digitalen Lernen heute und in der Zukunft diskutiert. Dieser Vortrag wurde durch Experten und Expertinnen wie Prof. Dr. Jürgen Wagenmann, Leiter des Instituts für KMU, Barbara Wittmann, Senior Director des LinkedIn Talent Solutions oder auch Daniel Jung begleitet, der einen YouTube-Kanal mit zahlreichen Kurzvideos über Mathematik und Statistik mit einer hohen Anzahl an Aufrufen und Abonnenten führt. Eine wichtige Fragestellung dieses Workshops lautete „Revolutioniert YouTube die Bildung?“, die den Einfluss von Videoportalen und sozialen Medien auf das Lernverhalten von Schülern und Studenten darstellen soll.

New Learning im Bildungssektor

Die stark gestiegene Anzahl an Aufrufen und Klicks von Lernvideos und -tutorials bestätigen einen Wandel im Lernverhalten von jungen Menschen. Diese Videos seien laut Daniel Jung sogar im Einsatz von Bildungseinrichtungen und Unternehmen, der eine steigende Tendenz erwartet.

Herr Jung brachte hierbei den Begriff des sogenannten New Learnings in den Raum. Er vermittelt einen Wandel im Lernverhalten der Schüler und Studenten. Technische Geräte und soziale Medien begleiten die Lernenden nun in ihrem Bildungsleben, so Jung. Die Betonung liege hierbei auf „begleiten“, denn E-Learning werde nichts ersetzen. New Learning biete eine neue Art Informationen aufzufassen und dem Lernen eine gewisse Leichtigkeit zu bieten. Im Ökosystem „New Learning“ finden sich verschiedene Begrifflichkeiten wie Blended Learning, Microlearning oder Self Organized Learning. Das bedeutet, dass Offline- und Online-Learning unterschiedliche Lern- und Verhaltensmuster bieten. Blended Learning beispielsweise beschreibt eine Kombination aus Online-Lernen und Präsenzlernen, was auch als hybrides Lernen bezeichnet wird.

Digitalgipfel 2019

Dieses Ökosystem bringt laut Herr Jung eine Vielzahl an Vorteilen. Zum einen kann die Lernsituation individuell gestaltet werden, zum anderen bietet es mehr Spielraum für die Lehrperson. Anderen Schülern und Studenten könne man bei einer Problemsituation effektiver helfen, was das Lernen erheblich erleichtern könne, da das Vermitteln von Wissen die Basis der Lernpyramide ist. Auf dem Vermitteln basieren verschiedene Lernverhalten wie beispielsweise Üben oder Lesen.

Verschiedene Plattformen mit neuen Funktionen

Mit YouTube-Videos allein möchte man sich nicht zufriedengeben. Spezielle Fragen und Live-Feedback sind nicht möglich, wenn der Veranstalter des Kanals seine oder ihre Videos hochlädt und es dabei belässt. Eine Frage könne zwar in den Kommentaren gepostet werden, diese schnell oder in Echtzeit zu beantworten, sei nicht möglich. Das Stellen einer Frage sei auch einfacher, wenn der Lehrveranstalter direkt zuhören und der Schüler somit interaktiver fragen kann.

Neuartige Plattformen wie StudyHelp sollen die Defizite des YouTube-Lernens ausgleichen, da der einzelne Schüler keine Möglichkeit hat, Fragen zu stellen und schnell eine Antwort zu erhalten, wenn er mit Lernvideos die Aufgaben lösen muss. Eine Einführung von Chatbots für häufig vorkommende Fragen ist ebenfalls eine Möglichkeit, um die Interaktion von Lehrinhalt und Student zu vereinfachen. Diese Plattformen sollen die Videos und Tutorials auf YouTube aber nicht ersetzen. Vielmehr setzt man auf eine Vielzahl an Vermittlungsmethoden, die die Schüler und Studenten individuell konsumieren können.

Beispielhaft voran geht das 2013 gegründete Unternehmen AltSchool aus San Francisco, welches mittlerweile mehr als sechs Schulen in den USA eröffnet hat. Schülerinnen und Schüler können dort die moderne Art der Bildung genießen und mit dem Lehrpersonal die digitale Lernatmosphäre interaktiv gestalten. Die Kurse verlaufen nach dem Baukastenprinzip und können unterschiedlich hinzugefügt und entfernt werden – ganz nach den persönlichen Stärken der Schüler. Diese wiederum können nicht-digitale Inhalte mit einer sogenannten Capture App erfassen und über die Software mit den Lehrern teilen, die anschließend ein Live-Feedback geben und den Fortschritt der Schüler messen können. Erziehungsberechtige haben die Möglichkeit von zuhause aus mit ihren elektronischen Geräten diesen Fortschritt zu beobachten – auch mit Live-Streams.

Fazit

Schüler und Studenten nutzen heutzutage vermehrt soziale Medien und Portale, um sich auf die Klausurenphase vorzubereiten. YouTube-Videos sind mit zahlreichen Abonnenten und Klicks zunehmend beliebt geworden, allerdings werden einige Defizite aufdeckt. Die Möglichkeit, mit den Schülern bei Fragen zu kommunizieren, ist mit Lernvideos nicht oder nur bedingt gegeben, da die Kommentarfunktion für eine reibungslose und schnelle Interaktion nicht ausreicht. Live-Feedback und Chatbots sollen Abhilfe leisten, die mit den neuen Lernplattformen eingesetzt werden sollen. Diese Plattformen sollen in Zukunft regelmäßiger Bestandteil in Bildungseinrichtungen werden. Von daher kann man laut Daniel Jung von einer Revolution im Bildungssektor sprechen.

Quellen:

1) Präsenzvortrag aus dem Workshop, 11.04.2019 von 15:00 bis 17:00 Uhr

2) https://www.studyhelp.de/

3) https://www.youtube.com/user/beckuplearning

4) https://danieljung.academy/

5) https://digitalgipfel-bw.de/workshops/wissen-fuer-das-digitale-zeitalter

6) https://www.youtube.com/watch?v=1SOPAFLS5Ms

https://www.altschool.com/

 

Über Muhammed Ciftci

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